Das kann ja wohl nicht wahr sein....

Bisher glaubten Facebook-User, dass gelöschte Kommentare auch für immer verschwinden. Doch auch unveröffentlichte Inhalte gehen dem Netzwerkriesen nicht durch die Lappen, sondern werden vom Browser direkt bei der Eingabe der Daten registriert. Auf Basis dieser gespeicherten Daten von knapp vier Millionen Nutzern hat Facebook nun eine Auswertung vornehmen lassen.

Selbstzensur“ nennt Facebook es, wenn Nutzer des sozialen Netzwerkes Statusmeldungen oder Kommentare eintippen, kurz vor der Veröffentlichung aber wieder löschen. Für den Konzern ist dieses Verhalten von Interesse, schließlich verdankt er der Mitteilungsfreude der Menschen seine gesamte Existenz. Die User produzieren die Inhalte, die Facebook vermarktet, deshalb wird jeder Schritt (oder Klick) penibel beobachtet und ausgewertet – auch wenn man es sich anders überlegt und eingegebene Inhalte nicht veröffentlicht.

In einer Studie mit dem Titel „Self-Censorship on Facebook“ (Selbstzensur bei Facebook) analysiert das Last-Minute-Löschverhalten von 3,9 Millionen englischsprachigen Facebook-Nutzern. Etwa 71 Prozent der Durchleuchteten drückten während dieser Zeit einmal oder häufiger die „Delete“-Taste. 51 Prozent verzichteten bei mindestens einem Posting auf die Veröffentlichung und 44 Prozent entfernten Kommentare auf Seiten von Freunden. Männlichen Nutzer sind dabei lösch-freudiger als weibliche.

 http://de.nachrichten.yahoo.com/facebook-speichert-unveröffentlichte-kommentare-und-statusmeldungen

Self-censorship on Facebook

Der Originaltext auf der Facebook-Seite:
 www.facebook.com/publications/493....

We report results from an exploratory analysis examining “last-minute” self-censorship, or content that is filtered after being written, on Facebook. We collected data from 3.9 mil-lion users over 17 days and associate self-censorship behavior with features describing users, their social graph, and the interactions between them. Our results indicate that 71% of users exhibited some level of last-minute self-censorship in the time period, and provide specific evidence supporting the theory that a user’s “perceived audience” lies at the heart of the issue: posts are censored more frequently than comments, with status updates and posts directed at groups censored most frequently of all sharing use cases investigated. Furthermore, we find that: people with more boundaries to regulate censor more; males censor more posts than females and censor even more posts with mostly male friends than do females, but censor no more comments than females; people who exercise more control over their audience censor more content; and, users with more politically and age diverse friends censor less, in general.